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10 Jahre Sattelbude in Borkum

Der Traum vom Strandritt

Ein Ausritt im Urlaub - ein Wunsch vieler Pferdefreunde. Ein Galopp am Strand - für viele wohl das höchste aller Gefühle. Antje und Frank Jütting erfüllen mit ihren Pferden für manche Borkum-Urlauber diesen Ferientraum. Auch ich durfte zwei tolle Ausritte erleben. Hier meine Eindrücke.

Hufspuren  im Sand entlang des Meeres beim langen Spaziergang an meinem zweiten Urlaubstag. Dieser wunderschöne, unendlich wirkende, langgezogene Strand auf Borkum, auf einer Seite die gelben Dünen, auf der anderen die Sonne, die sich im Meer und den Wasserpfützen spiegelt. Herrlich! Nur etwas könnte noch schöner sein: hoch zu Ross selber Hufspuren hinterlassen.

 Als ehemalige Pferdebesitzerin kann ich es nicht bei dem Gedanken belassen. In der Schweiz gibt es keine Sandstrände, wo man entlangreiten kann. Also „nutzen Sie die Gelegenheit“. Meine Nachfrage bei der Rast in Ostland nach einer Reitgelegenheit, wo die Pferde gut gehalten und nicht abgestumpft sind, bringt den Rat: „Versuchen Sie es bei der Sattelbude. Die Pferde leben in Offenhaltung und sind ausgeglichen und bei den Ausritten herrscht kein Chaos.“ Das hört sich doch gut an. Also zurück ins Hotel, Nummer rausfinden und anrufen. – Völlig unkompliziert geht es dann weiter. Eine sympathische Frauenstimme fragt nach, ob ich denn reiten könne, wie schwer ich sei, wann ich kommen wolle. Morgen früh um 9 Uhr, klar, das klappt. Eine Reitkappe, die passt, sei sicher auch zu finden. Eine Wegbeschreibung folgt. Cool! Also miete ich ein Fahrrad, studiere die Karte und freue mich auf morgen. Mitgenommen auf die Ausritte wird übrigens nur, wer auch reiten kann. Für Anfänger gibt es jeweils nach den Ausritten die Spaziergänge auf den geführten Ponys.

Idyllisches Weideleben

Am alten Leuchtturm vorbei fahre ich am nächsten Morgen Richtung Upholm. Schon bald nach dem Tierheim sehe ich von weitem den blauen Wagen, der von Frühling bis Herbst als Sattelkammer und Treffpunkt bei den Weiden steht. Ein friedliches Bild: grasende Pferde rechts und links vom Fahrradweg. Schimmel, Braune, Dunkelbraune und Füchse, vom Pony bis zum Warmblut. Einer schaut auf, als ich komme. Welches Pferd werde ich wohl reiten? Fix das Fahrrad in den Ständer, die Tasche auf den Tisch, der vor dem Wagen steht. Und schon bald kommen die nächsten Reiterinnen und Reiter. Man begrüsst und unterhält sich. Einige sind neu wie ich, andere kommen regelmässig. Mit dabei auch viele Kinder und Jugendliche, von den Eltern hingebracht. „Wir sind gestern hier entlang gekommen und sie wollte nicht weiter, bis wir den Ritt gebucht hatten“, erzählt ein Grossvater schmunzelnd, der seine Enkelin bringt. Ein Mann kommt, ein Kessel mit Äpfeln in der Hand, er geht zielstrebig auf den Wagen zu. Das ist Frank Jütting. Zusammen mit seiner Frau Antje, welche die Ausritte leitet, gehört ihm die Sattelbude. Schon seit 10 Jahren machen sie das, erfahre ich später. Also ist 2011 ein Jubiläumsjahr für Frank und Antje.

Auf in den Sturmwind…

Eine junge Frau kommt, stellt sich vor als Antje (die nette Stimme vom Telefon), sie leite den Ausritt. Sie verschafft sich einen Überblick über die Anwesenden, teilt Pferde zu und das entsprechende Halfter aus, gibt jedem ein Stück hartes Brot und los geht’s: Pferde holen auf der Weide. „Meine“ Jolanda steht natürlich ganz  hinten unter den Bäumen. Also aufgepasst auf Gräben und Morast und losmarschiert. Eine erste Kontaktaufnahme, gemeinsam zurück zum blauen Wagen, geputzt, gesattelt. Eine kleine Pause gibt’s, als ein Regenschauer kommt. Zum Glück wird es aber schnell wieder trocken, denn bei heftigem Regen gibt es keine Ausritte. Heute herrscht aber nur heftiger Wind und alle witzeln, ob denn wohl noch andere “Verrückte“ am Strand sein werden, und ob man wohl vom Pferd gewindet werde oder nicht. Bei den zum Teil recht leichten und kleinen Reitern eine nicht unrealistische Vorstellung bei dem Sturm. Sein Pferd macht hier übrigens jeder selber zurecht. Antje ist allgegenwärtig, ein unauffälliger Kontrollblick, eine helfende Hand, ein netter Ratschlag und so ganz nebenbei macht sie noch ihren Araber zurecht. Schliesslich sind alle bereit. Es heisst aufsteigen und losreiten. Welche Reihenfolge soll denn eingehalten werden? Egal, die ergibt sich. Es geht alles, bloss eines ist wichtig: Das Liebespaar muss zusammenbleiben. Liebespaar? Meine Jolanda hat einen festen Freund und der hängt ihr dann auch beim ganzen Ausritt immer an den Hinterhufen... - An dieser Stelle sei übrigens gesagt, dass Jolanda, genau wie die anderen Pferde und Ponys, sehr gut geritten und sehr ausgeglichen ist. Im Gegensatz zu anderen touristischen Reitställen trottet sie nicht nur den anderen nach (natürlich macht sie das auch, wenn ich das möchte, weil ich es nicht lassen kann auch hoch zu Ross meine Kamera zu zücken) und reagiert gut auf meine Reiterhilfen.

 

Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Was nun kommt, ist eigentlich mit Worten nicht wirklich zu beschreiben. Zumindest nicht die Gefühle, der Spass, die Verbindung zum Pferd. Und trotzdem ein paar Zeilen zum Ausritt: Entlang dem Ententeich geht’s und dann durch schmale Reitwege durch Wald und Heide. Wir reiten vorbei an Rehen, Hasen und vielen Vogelarten, den berühmten Sanddornsträuchern, Heckenrosen und vielen anderen Sträuchern, Blumen und Gräserarten. Unsere Truppe wird bestaunt von Fussgängern und Radfahrern. Oft sind wir aber auf ganz einsamen Wegen unterwegs. Zwei Stunden lang reiten wir nun über herrliche Dünenpfade und entlang dem Strand. Heute wird’s nichts aus ganz viel Galopp. Die Ponys sind zu aufgekratzt von dem Sturm und Wind. Antje geht kein Risiko ein. Alle wieder sicher nach Hause zu bringen, steht ganz oben auf ihrer Liste. Aber ein, zwei kleine Galopps liegen auch heute drin. „Zügel aufnehmen, wir galoppieren an“, heisst es dann und wir geniessen einfach nur noch dieses Strandgaloppfeeling. Die Ausritte hier wirken (im Gegensatz zu anderen Reitställen, die ich schon im Urlaub erlebt habe), sehr locker. Ich staune, dass wir nebeneinander reiten, die Reihenfolge ändern, auch mal vor Antjes Schimmel sein dürfen. Antje hat aber ihre Vier- und Zweibeiner immer unter Kontrolle. Sie kennt ihre Pferde ganz genau und weiss, wie sie wann reagieren. Sie gibt Tipps, schaut fast mütterlich zu den jüngsten Reiterinnen und Reitern, erzählt mir zwischendurch von ihrem Leben hier und den Pferden und hat in all den Jahren auf Borkum nicht vergessen, selber bewusst zu geniessen, war für ein tolles Reitgelände ihr hier zur Verfügung steht. Diesen Genuss Sand unter den Hufen zu spüren, entlang dem Strand und durch die Dünen zu reiten, erlebe ich am nächsten Morgen nochmals. Denn mir geht’s, wie vielen anderen: Ausreiten mit Antje und ihren tollen Pferden macht süchtig. Die Verbindung von Natur, Meer, Strand, Wind und Wetter mit Pferd und Bewegung ist genau das, was für mich meinen Borkum-Urlaub perfekt macht.

 


 

Presseauftrag für die Hufschmiede anlässlich der Schweizermeisterschaft

                  

Hufschmiede an der BEA PFERD 2009

Hufschmiedekunst dem Publikum näher gebracht

Der vom SWISS FARRIER TEAM organisierte 10-tägige Auftritt der Hufschmiede an der BEA PFERD 2009 war ein voller Erfolg! Nicht nur der neue/alte Schweizermeister Philipp Bühler brachte dem interessierten Publikum den Hufschmiedeberuf näher.

sa. Zahlreiche pferdeverrückte Besucherinnen und Besucher, aber auch viele „Nichtrösseler“, fanden vom 15. bis 24. Mai den Weg zur PFERD 2009 an der BEA. Viele blieben wie gebannt stehen vor dem Zelt der Hufschmiede. Hier sorgte das SWISS FARRIER TEAM für ein tolles Programm voller Ambossklänge, loderndem Feuer und Wettkampfatmosphäre. Nicht zuletzt dank den fachkundigen, leichtverständlichen Kommentaren der Speaker zum Geschehen im Schmiedezelt liessen sich Viele anstecken von der Faszination des Schmiedegewerbes.

Heisser Kampf um Schweizermeistertitel

Um es vorwegzunehmen: der neue Schweizermeister der Hufschmiede heisst Philipp Bühler. Auf der Internationalen Rangliste steht Ian Gajczak zuoberst. Heiss ging es zu und her am Sonntag im Final der 20 Besten: Gleissende Sonne über den Köpfen der zahlreichen Zuschauern, die dem zum Teil hektischen Treiben der Hufschmiede aus aller Welt zuschauten. Heisse Öfen, glühende Eisen, erhitzte Gemüter der Hufschmiede, welche jedoch einen kühlen Kopf bewahrten, um den Sieg und einen der grosszügigen Preise für sich zu ergattern. Spannung in der Luft und mitfiebernde Zuschauer, die „ihrem“ Hufschmied die Daumen drückten. In vier Runden, an je fünf Öfen und Ambossen, kämpften die Teilnehmer aus der Schweiz, Schottland, Deutschland, Neuseeland, Holland und Japan um den Sieg. Und um 15.45 Uhr stand er dann fest der Sieger und wurde geehrt im Zelt, wo zehn Tage lang Ausnahmezustand der Schmiede geherrscht hatte: Philipp Bühler war es gelungen seinen Titel von 2007 zu verteidigen. Ein toller Abschluss von einer vollauf gelungenen Veranstaltung, dank dem grossen Einsatz des Swiss Farrier Teams und seinen Sponsoren.

                                                

Schotten ganz vorn

Den Auftakt der Schweizermeisterschaft und der Internationalen Prüfungen, dem Highlight der Wettkämpfe, bildete am Freitag die 2-Mann Teamprüfung, wo 3 Spezialeisen geschmiedet werden mussten. In dieser Eröffnungsprüfung zeigten sich die schottischen Teilnehmer ganz stark. Sowohl Rang 1 und 2 gingen an ein Team aus Schottland. Die bestklassierten Schweizer Peter Brülisauer und Walter Frehner mussten sich mit Rang 3 begnügen. Auch bei der nächsten Prüfung hatte mit David Varini ein Schotte die Nase vorn. Sehr viel Schweizer-Können zeigte der Schweizermeister von 2008, Philipp Bühler. Er bekam von den Richtern aus der Schweiz, Holland und Irland 665 Punkte beim Schmieden zweier Spezialeisen und klassierte sich auf Rang 2. Auch in der Überraschungsprüfung bewies Bühler, dass er erneut Meister werden wollte. Er wurde auf dem 4. Rang bestklassierter Schweizer hinter den Schotten Gajczak, Varini und Crearer. Mit Walter Frehner führte bei der Speed Prüfung, wo ein Paar Eseleisen geschmiedet werden mussten, erstmals ein Schweizer die Rangliste an. Frehner siegte vor Ian Gajczak und Philipp Bühler, welcher sich wieder wertvolle Punkte schreiben lassen konnte. Ian Gajczak erkämpfte sich in der nächsten Prüfung erneut einen ersten Rang vor Aaron Gygax aus Zofingen.  

                         

junge Talente und „alte“ Könner

Eröffnet wurden die zehn BEA-Tage vom Training für Lernende Hufschmiede am Freitag, den 15. Mai. Am Samstag ging dann für die Swiss Farrier Hufschmiede ein Wunsch in Erfüllung. Sie durften an einem Training mit dem führenden schottischen Hufschmied Allan A. Ferrie zum Thema Kaltblutpferdebeschlag teilnehmen. Am Sonntag stellten neun der besten Kunstschmiede eine kleine Skulptur her zum Thema Tier. Von der Eidechse bis hin zu zwei verliebten Schwänen, dem Siegerkunstwerk des Amerikaners Chris Pocaerelli, entstanden unter den Augen des zahlreichen Publikums unglaubliche Tierkunstwerke aus einem schlichten Metallstab. Gemeinsam taten Publikum und Schmiede um 17 Uhr bei einer Versteigerung dann Gutes: 2410 Franken kamen zusammen für die „Stiftung THEODORA, Clowns für unsere Kinder im Spital“. - Ein ganzer Tag war am Montag dem Beruf des Hufschmieds gewidmet. Im Zentrum stand die Ausbildung. Schülerinnen und Schüler konnten beim Beschlagen von Pferden und dem Schmieden eines Hufeisens zusehen. Informationen zur Ausbildung und Workshops, in denen sie selber Hand anlegen durften, sollten beitragen zum Thema Berufsfindung. Am Dienstag waren zwei Kunstschmiedewettkämpfe für Lernende angesagt. Simon Beyeler, Huttwil zeigte, dass er in Topform war und siegte sowohl beim Schmieden einer verzierten Bücherstütze nach Zeichnung wie auch beim Nachschmiedewettbewerb ohne Messmöglichkeit. Auch am Mittwoch und Donnerstag konnten Lehrlinge zeigen, was sie gelernt hatten. 20 angehende Hufschmiede massen sich in fünf Wettkämpfen und konnten vom Publikum live beobachtet werden. Im Gesamtklassement über alle Prüfungen siegte Manuel Friedli, Laupersdorf mit 3213 Punkten vor Richard Benoit, Orbe mit 3152 Punkten.

   


Schulverlegung der Kleinklasse Oberstufe nach Lenk

Schuäl i dä Lenk dänk!

Vom 16. bis 20. Februar war die Kleinklasse Oberstufe Strengelbach nicht wie gewohnt im Schulzimmer, sondern in Lenk in der Schulverlegung. Die einmalige Gelegenheit sich dem Schneesportlager der Stadtschulen Luzern anschliessen zu dürfen und so gratis zu reisen und an einem tollen Abendprogramm teilnehmen zu können, musste genutzt werden.

sa. Inseli Luzern, Montag Morgen, 7 Uhr: Ein Gewimmel von Eltern, welche ihren Kids helfen beim Gepäckschleppen. Skier und Snowboards, Koffer und Vorfreude, Nervosität und Skikleider…. Und mitten drin ein leuchtender Neoprenfrack ganz nach dem Motto in Pink: Erich Slamanig, der Lagerleiter der Stadtschule Luzern. Aber nicht nur die Luzerner Kids treffen sich beim Inseli, sondern auch die Strengelbacher Kleinklassenoberstufenschüler. Ganz kurzfristig hat sich diese Gelegenheit ergeben, die Lehrerin Susanne Angliker hat sich entschieden sie wahrzunehmen, Schulleitung und Eltern haben mitgezogen und hier sind sie nun: gespannt auf ihr erstes gemeinsames Lager. Es geht über den Brünig, entlang dem Brienzer- und Thunersee ins Simmental nach Lenk. Entgegen der Wettervoraussage ist der Himmel recht hell. Drum schnell im KUSPO, Kurs- und Sportzentrum, die Zimmer beziehen, die Luzerner nehmen Skier und Snowboards unter den Arm und ab ins Skigebiet. Die Strengelbacher richten ihr Schulzimmer ein und machen sich nach dem Mittagessen auf, um Lenk zu erkunden. Highlight des Tages: eine Pferdeschlittenfahrt durch die verschneite Landschaft . - Am Dienstagmorgen geht’s ab ins Hallenbad. Aquafit und schwimmen steht auf dem Programm, bevor die Wanderung wieder dem KUSPO zugeht. Nach dem Mittagessen steht auf dem Stundenplan unter anderem Geografie und Geschichte der Gegend. Man möchte ja auch wissen, wo man da gelandet ist. Ein intensiver Schulnachmittag, im Schulzimmer optimal genutzt, denn draussen fallen die Schneeflocken, dicht und leise, den ganzen Tag. - Ganz anders sieht das Wetter am Mittwoch aus. Deshalb zieht es die Klasse nach einem Einstieg im Schulzimmer auch bald nach draussen. Eine richtige Schneeballschlacht gehört dazu, oft kaum möglich, weil alle so tief einsinken im Schnee. Nach dem Mittagessen geht’s wieder nach Lenk. Ausgerüstet mit selbst gesuchten Interviewfragen machen sich die Schülerinnen und Schüler zu zweit auf, um mehr über den Tourismusort zu erfahren. Anschliessend geht’s aufs Glatteis. Auf der Eisbahn zeigen die Standfesten den Anfängern, wie man am besten aufrecht übers Eis kommt. - Die Schnee- und Wetterverhältnisse könnten nicht besser sein am Donnerstag. Also schon früh die Schlitten gepackt und auf den Betelberg. Eine herrliche Schlittelpiste, knapp drei Kilometer lang, lockt mit optimalen Pistenverhältnissen. Einmal schön langsam, um alle Kurven kennen zu lernen und dann ab im Schuss! Glitzernder Schnee, strahlender Sonnenschein, stahlblauer Himmel, eine einmalige Bergkulisse und der gemeinsame Schlittelspass über mehr als 20 Kilometer werden ganz sicher allen Kids in Erinnerung bleiben. Aber auch die Schule kommt nicht zu kurz. Klassenlektüre lesen beim Mittagslunch, mitten im Schlittelgebiet auf dem Schlitten im Schnee: so dürfte es immer sein…. Viel zu schnell geht das Lager seinem Ende zu. Zimmer aufräumen und putzen, Mathi und Deutsch auf der sonnigen KUSPO-Terrasse, ein letzter Spaziergang und schon steht der Car wieder bereit.

Farbiges Rahmenprogramm

Aber nicht nur Schule und Schneesport gehört dazu im Lager in Lenk. Zur Vollpension, welche die KUSPO-Gäste vom Frühstücksbuffet, über das Mittagessen oder Lunchpaket bis zum Abendessen mit Vorspeise, Salatbuffet und Dessert kulinarisch verwöhnt, kommt das Abendprogramm. Erich Slamanig und sein Team sorgen jeden Abend für abwechslungsreiche Unterhaltung. Und die Strengelbacher machen voll mit. Los geht’s am Montag mit Karaoke. Der Lagerleiter macht’s vor und schon fliegen Zahlen durch den Raum, denn Lieder werden ausgesucht und die Kids singen voller Begeisterung ins Mikrophon. – Was ist denn das? Las Vegas in Lenk? Roulette und Poker, Glücksspiele wohin man sieht am Dienstagabend…. Hinter dunklen Brillen die Casinoangestellten, Jugendliche im Gangsterlook versuchen ihr Glück, um möglichst viele Chips zu sammeln, denn es locken tolle Preise. – Ein Film steht am Mittwochabend auf dem Programm. Anschliessend eine Runde jassen für die Kleinklässler, bevor der Tag zu Ende ist. – Die Benutzung der grossen Turnhalle gehört im KUSPO zum Gratisangebot, also ist Fussball angesagt am Donnerstagabend, bevor sich alle treffen in der Disco, dem eigenen Aufenthaltsraum zum Film. Die Strengelbacher sind jedoch viel zu müde für Turnhalle nach dem langen Schlitteltag. Also den Film fertig schauen vom Mittwoch, anschliessend Tagebuch schreiben bis 22 Uhr und dann ab zum Abschlussvideo. Brandaktuell das Lagervideo und die Diashow! Filmkunst im Kleinen: flippig, trendig und natürlich pink können sich die Lagerteilnehmerinnen und –teilnehmer sehn auf der Leinwand als Hauptdarsteller auf den Pisten in Lenk dänk. Die Strengelbacher zeigen auch Szenen aus dem Hallenbad und Eisstadion. Eigentlich schade, dass dies schon der letzte Abend war im gemeinsamen Lager der Stadtschulen Luzern und KKO Strengelbach! Denn nach einem letzten Tag in Lenk geht es am Freitagnachmittag wieder Luzern zu. Und die Jugendlichen haben noch mehr Gepäck: tolle gemeinsame Erlebnisse, viele neue Eindrücke des Berner Oberlands, neue Freunde, neue Eislauf- und Schlittenkünste, viele Tagebucheinträge, zuwenig Schlaf nach lustigen Nächten… Aber vor allem ganz viele Erinnerungen an eine wundervolle Zeit in der Lenk, welche für viele das erste Lagererlebnis überhaupt war.


Hausen am Albis: Albis Classic 08

Geschicklichkeit und Westernfeeling

Barbara Kähr und Grand Kinsky hiessen in diesem Jahr die Sieger des Albis Classic 08, eines Geschicklichkeitsreitens nach Westernart. Der Parcours von Liliane Schley ausgedacht und ganz dem Cowboyalltag nachempfunden, und der Anlass von Alexandre Masson zum dritten Mal auf der Palominoranch organisiert, waren auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg.

sa. Wer ganz per Zufall bei der Palominoranch in Hausen am Albis vorbeifuhr am Samstagnachmittag, musste vermutlich abbremsen, eventuell sogar anhalten. Vielleicht, weil grad ein Reiter auf einem Pferd versuchte ein Tor  zu schliessen und das Pferdehinterteil in das Strässchen hineinragte; weil eine Gruppe Reiter auf ihren Pferden auf der Strasse ein bisschen einschrittete; weil Zuschauer über die Strasse gingen, um auf einem Stuhl am Viereckrand gemütlich Platz zu nehmen; weil Alexandre Masson mitten auf der Strasse stand und das Geschehen kommentierte oder ganz einfach, weil das rege Treiben, die Western oder Englisch gerittenen Pferde und die Geschicklichkeitsübungen die Blicke auf sich zogen und neugierig machten. Niemand regte sich auf, im Gegenteil: einige, die es nicht eilig hatten, hielten an am Strassenrand und genossen einen Moment Sonnenschein und eine Nase voll Westernduft.

Cowboytalent oder „Schreckitis“?

Ganz familiär und gemütlich war auch in diesem Jahr die Stimmung rund um den Parcours, der sich nach dem Anfang im Viereck auch auf die Weide ausbreitete. Nebst routinierten Westernreitern gingen auch viele motivierte Englischreiter und sogar zwei kleine Nachwuchsreiterinnen an den Start. Nicht jedes Pferd löste seine Aufgaben so cool, wie Grand Kinsky, der seiner Reiterin Barbara Kähr mit einem harmonischen Parcours zum Sieg verhalf oder Sierra IV, die Stute des Organisators, welche sogar der PferdeWoche-Journalistin echtes Cowboy-Feeling vermittelte und sie sicher ins Ziel trug. Auch das zweitklassierte Paar Maja Pfyl und Eastern Bunny fiel auf durch eine tolle Leistung. Während einige Pferde sofort nach USA verflogen werden könnten, um dort ihre Arbeit aufzunehmen, gab es andere, welchen der Schreck so richtig in die Glieder schoss, wenn ihre Reiter einen Regenmantel anzogen, den Briefkasten leerten, mit ihnen über eine Plache, oder noch viel schlimmer eine Wippe, laufen wollten. Viele der Aufgaben verlangten einfach eine gute Grunderziehung und Vertrauen zwischen Pferd und Reiter. So wurden eine harmonische Galopp- und Trabrunde gefordert, Seitengänge waren ebenso nötig, wie gehorsames Rückwärtstreten und natürlich Stillstehen. Wer sein Pferd zu Hause gefüttert hatte, war im Vorteil, beim Apfelzweige von einem Fass aufs andere legen, und wer auch im bergigen Gelände reitet, konnte den Abrutsch problemlos bewältigen. Aber auch die Reiterinnen und Reiter mussten ihr Talent als Cowboy oder –girl unter Beweis stellen. Spätestens beim Lassowerfen, trennte sich auch hier der Spreu vom Weizen. Ganz spontan machten ganz viele Paare noch mit im abschliessenden Katalog-Race, wo man möglichst schnell zu einem Ziel reiten, eine bestimmte Seite aus dem Katalog reissen und zurückgaloppieren musste. Hier hiess das Siegerpaar Andrea Rodel und Sierra IV.

Hausen am Albis: 2. Albis Classic mit Ranch-Trail


Altbüron: Ranchfest To Be Ranch und internat. Hufschmiedwettbewerb

Zeitreise in den Wilden Westen

Ausnahmezustand herrschte am 23./24. August auf der To Be Ranch in Altbüron. Nebst dem traditionellen Ranchfest mit Rinderturnier, Rennen und Geschicklichkeitsreiten fand erstmals ein internationaler Hufschmiede-Wettbewerb im Luzerner Hinterland statt. Ein vollauf gelungenes „Wild West“ Weekend für die Organisatoren Alexandra und Fredi Hess.

sa. Ganz „normal“ präsentiert sich das Luzerner Hinterland auf dem Hinweg zur To Be Ranch. Man biegt ab beim Holzkreuz mit dem riesigen Ranchfest-Plakat, fährt über ein Landsträsschen, parkiert am Strassenrand im Land inmitten von zahlreichen Autos, spaziert ein paar Meter Richtung To Be Ranch. Und plötzlich ist alles ganz anders: ganz viele Leute mit Cowboyhut, zwei Stände mit Westernsachen, überall Pferde, der Geruch nach Cowboycoffee, Klänge von Hammerschlägen auf den Amboss und Country Music – man taucht ein in die „Wild West“ Welt, die einmal im Jahr voll ausgelebt wird auf der To Be Ranch von Alexandra und Fredi Hess-Bucher. Hält man sich links, so kommt man an Pferdeboxen vorbei zum Reitplatz. Reges Treiben herrscht hier, viele Zuschauer stehen an der Stirnseite des Platzes oder sitzen im Festzelt, das am Samstag bei Gewitterregengüssen Schutz bietet und am Sonntag Schatten spendet. Ranchbesitzerin und Vereinstrainerin Alexandra Hess-Bucher steht auf dem Platz, richtet und kommentiert das Geschehen, denn für viele Besucher sind Wettkämpfe wie Team-Penning, Geschicklichkeits-Rinderparcours, Barrel Race, Resque und Kurven Race am Samstag und Geschicklichkeitsreiten am Sonntag Neuland. Schnell begreift man jedoch wie es geht, feuert mit den andern lautstark die Reiter an, wettet für sich, welches Rind sich am leichtesten aussortieren lässt, hält den Atem an, wenn die Reiter mit ihrem Pferd um ein Fass wenden, dass das Wasser in der Pfütze nur so spritzt und geniesst die fröhliche und freundschaftliche Stimmung, die auch unter den Wettkampfskonkurrenten jeder Altersklasse herrscht. Und auch die Vierspänner-Zugleistungs- und einspännige Holzrückdemonstration am Samstagmittag stossen beim Publikum auf grosses Interesse.

Internationale Hufschmiede

Doch was waren das für Töne aus der Halle? Es wird Zeit zurückzugehen und einen Blick dort hinein zu wagen. Vorbei an einem tollen Salat- und Kuchenbuffet kommt man durch die Festwirtschaft in den hinteren Hallenteil, wo rechts und links je drei Ambosse und Essen aufgestellt sind. Schweiss, Kraft und Kunst wird hier vereint. Jeweils sechs Hufschmiede aus der Schweiz, Deutschland, Holland und dem Kosovo kämpfen immer gleichzeitig um den Sieg in den Kategorien Mustereisen, Eagle Eye, Kreativ, längstes Eisen, Surprise und darum, am Sonntagnachmittag im Finale der Top 4 im Horseshoing der Beste zu sein. Der Traum von Fredi Hess ist wahr geworden! Seit 12 Jahren bestreitet er selber Hufbeschlagswettbewerbe. Erstmals hat er nun einen internationalen Hufschmiede-Wettbewerb selber organisiert und das in einem ganz speziellen Ambiente mitten im Ranchfest. Ganz klar, dass da das Thema des Kreativ-Wettbewerbs auch „Wild West“ heisst. Wer den Schmieden am Samstagnachmittag zusieht, wie sie aus einem Stück Metall Pferdchen, Cowboyhut, Sheriffstern, Sporen, Messer, Bit, ein Lasso in einer Hand und anderes mehr herstellen, kommt nicht mehr aus dem Staunen heraus. Hier beweisen die vierzehn Männer, dass sie nicht nur Hufeisen schmieden können. Sieger des Wettbewerbs, der wie die anderen auch von Urs Würsch, Ballwil und Frank Müller, Frankfurt an der Oder gerichtet wurde, werden Philipp Fürst und Michael Bühlmann punktegleich. Mit 210 Franken den höchsten Preis erreicht jedoch der Türklopfer in Form eines Longhorns von Roland Bosshard am Abend an der Versteigerung. Ausgelassene Stimmung wie in einem Westernsaloon herrscht an diesem Ranchfestabend in der Festwirtschaft, wo auf der Bühne von Kakteen und Heuballen umrahmt „The Challenge“ mit Sänger Thom Haas, ebenfalls einem Hufschmied, mit toller Country Music einheizt.

Schweizer Schmiede schwingen oben aus

Schweizerüberlegenheit zeigten die Hufschmiede an diesem Weekend durchs Band. Der erste Preis beim ersten Wettbewerb Mustereisen ging an Walter Frehner aus Marthalen. Nur 10 Sekunden durften die Schmiede den ausgeschnittenen Huf anschauen im Wettbewerb Eagle Eye, bevor sie das Eisen dazu machen mussten. Frehner bewies hier, dass er auch das beste Auge hatte. Er stand am Sonntagabend auch ganz oben auf der Gesamtrangliste. Als Zusatzwettbewerb und Publikumsattraktion versuchten alle Schmiede, inklusive Hausherr Fredi Hess und die beiden Richter, am Abend  ein Eisenstück nach einmaligem Erhitzen möglichst lange zu hämmern. Urs Würsch bewies mit dem Sieg, dass er in Altbüron verdientermassen  als Richter amtete. Im Sonntagmorgenwettkampf Surprise ging der Sieg an Daniel Zwissler aus Rorschach. „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und werde nächstes Jahr bestimmt wieder kommen. Aus meiner Sicht ist dieser erste Wettbewerb vollauf gelungen. Die Infrastruktur ist sehr gut und Fredi hat eine super Organisation geboten “ sagte Ralf Reichhardt aus Uerkheim, der Sieger aus dem Top  4 Horseshoing nach seinem Sieg und der Erstauflage eines internationalen Wettkampfs auf der To Be Ranch. Und auch Henk Maas aus Holland, will nach diesem tollen Erlebnis jetzt endlich auch selber einen Hufbeschlagswettbewerb zu Hause ausrichten. Ob ihm das jedoch so gut gelingt wie Fredi Hess, der nach dieser tollen Premiere nächstes Jahr wieder einen Wettkampf anbieten möchte, das wird sich noch herausstellen müssen.

 


Aarauer Pferdesporttage 2008

Bildseite Aarauer Pferdesporttage

Aarauer Pferde-Sporttage: 12. bis 15. Juni 2008

Thomas Ryan erneut Derby-Sieger

Vier Tage lang herrschte Reitsportfieber im Aarauer Schachen. Der KRV Aarau und Umgebung hatte eingeladen und niemand wollte die tolle Startgelegenheit missen. Auch dieses Jahr war das Aarauer RIII/MI Derby das sportliche  Highlight.

sa. „Ich darf positiv auf die vier vergangenen Tage zurückblicken“, freute sich OK-Präsident Hans Roth jr. am Sonntagabend. „Dank extrem vielen Nennungen haben wir uns entschlossen anstelle der drei ausgeschriebenen Tage vier Tage lang Concours zu machen. Wir hatten das Glück perfekte Wetterverhältnisse und keine  Unfälle gehabt zu haben und können so motiviert auf den 14.-16. und den 21.-23. November vorausschauen, wo wir mit zwei Hallenconcoursweekends unsere neue Halle einweihen dürfen.“ Zurück zur Gegenwart: Traditionell eröffnet waren die Aarauer Pferde-Sporttage am Donnerstag von den Reiterinnen und Reitern der Kategorien Senioren I und Senioren II worden. Viele der erfolgreicheren Paare konnte man auch an den anderen Tagen in den Ranglisten lesen. So siegte August Fuchs, welcher in der zweiten Sen II Prüfung auf Sweetheart den ersten und auf Copacabana III CH den zweiten Rang belegte hatte, auf V. Hadewijch im RI/LI Zweiphasenspringen vom Freitagmorgen. Vereinsmitglied Verena Hofmann, Siegerin der ersten Sen II Prüfung vor Susanne Germann auf Stumpy, belegte auf Woxanne S in der zweiten Sen II Prüfung Rang 4 und in der samstäglichen RIII/MI Prüfung Wertung A mit Zeitmessung nach einem souveränen Ritt den hervorragenden 2. Rang. Die in den Sen II Prüfungen viertklassierten Pia Strebel und Ueli Bertschi qualifizierten sich ebenfalls beide im RIII/MI vom Samstag für das sonntägliche Derby. Aber auch der Technische Leiter Hans Roth sen. ritt am Donnerstag erfolgreich mit. Er belegte hinter Walter Burkhard auf Peter Panther auf Calina VII Rang 2 in der Sen I Prüfung mit Stechen. Der Sieg der ersten Sen I Prüfung ging an Thomas Wiederkehr auf Lago die Lugano vor Fredi Tschumi auf Corina XIV CH.

Volle RI/LI und RII/LII Felder

Sechsmal läutete die Startglocke für eine RI/LI Prüfung. Sowohl der Freitag-, wie auch der Samstagmorgen gehörte den Paaren dieser Kategorie. Als Sieger durften sich Miloslav Oravec auf Paolo des Ruettes, August Fuchs auf V. Hadewijch, Martin Albisser auf Cigana CH, Armin Reding auf Anyway KZI, Irma Notz auf Pamera de Carrona CH sowie Dominik Wiesner auf Why Not XI feiern lassen. Auch die beiden RII/LII Prüfungen hatten geteilt werden müssen. Am Freitag, ab 16 Uhr waren die ersten Abteilungen am Start. Rang 1 und 2 waren hier mit der Siegerin Isabelle Lussi auf Quinta de Paulstra vor Franziska Bader auf Oisette de la Cour ganz in Frauenhand. Damien Dixon, am Samstag auf Laszlo V erfolgreicher Sieger einer RIII/MI Prüfung, gewann die zweite RII/LII Prüfung auf Haegliloos Lycos Son vor Rebekka Gisin auf Miss Joy. Die Sieger der zweiten Abteilung am Sonntagmorgen hiessen Patrick Wey auf Leonessa CH in der A Zm-Prüfung und Josef Jost auf Iranus CH im Zweiphasenspringen. Ebenfalls am Sonntag, als Weekendabschluss, fanden die freien Prüfungen statt, welche von Carina Kronenberg auf Ulamba Tongo CH sowie Fabienne Dietiker auf Cheetah II gewonnen wurden.

RIII/MI mit riesigen Startfeldern

Im Gegensatz zum letzten Jahr waren die RIII/MI Prüfungen am Samstag so voll, dass in zwei Abteilungen klassiert werden musste. Ab 12 Uhr ging es in den von Heiner Fischer und Kurt Riner gestellten Parcours nicht nur um den Sieg, sondern auch um die Qualifikation für das Highlight der Aarauer Pferdesporttage, das RIII/MI Derby vom Sonntagmittag, wo jeweils nur die 30 besten Paare zugelassen werden. In der ersten Prüfung siegte Hans Meier auf Doya CH mit einer Zeit von 59.94 Sekunden in der ersten Abteilung. Damien Dixon gelang der Sieg mit 60.46 Sekunden in der zweiten Abteilung. Frauenpower zeigte sich dann in der anschliessenden Prüfung mit Stechteil. Schaut man sich hier die Gesamtrangliste beider Abteilungen an, so vermochte einzig Thomas Ryan mit Bolzano v.d. Looise Heide die Amazonenfront der ersten sechs Paare zu durchbrechen. Er siegte in der zweiten Abteilung. Die schnellste Reiterin der Gesamtstartenden und Siegerin der ersten Abteilung war Nadine Steffen auf Desperado D CH. Die beiden Siegerdecken für die Gesamtwertung beider Prüfungen gingen an Heidi Wolf und Philip Ryan.

Mitfiebern beim Derby-Krimi

Angefeuert vom Publikum und den „Bibliotheks-Kids“, welche, auch dieses Jahr wieder eingeladen waren in den Schachen, machten sich 30 Paare daran möglichst schnell und fehlerlos den traditionellen Derbyparcours mit zum Teil einzigartigen Naturhindernissen inmitten schönster Kulisse zu bewältigen. Als Vereinsmitglied Patricia La Placa auf Laertes III mit einer rasanten Zeit fehlerlos über den letzten Sprung, den Wassergraben sprang, war klar: wer siegen will, darf sich keinen Zusatzmeter leisten. Mit der Startnummer 11 übernahm Franziska Meierhans auf Graf Bobby nach einem schwungvollen Ritt die Führung und behielt sie bis zur Startnummer 24. Thomas Ryan, der Vorjahressieger, diesmal auf Bolzano v.d. Looise Heide, wollte seinen Titel verteidigen und schaffte dies auch. Mit einer Zeit von 113.45 Sekunden setzte er sich an die Spitze und auch die letzten Paare konnten an dieser Reihenfolge nichts mehr ändern: Sieger Thomas Ryan, Zweite Franziska Meierhans, Dritte Patricia La Placa.

ZKV-Gymkhana Prüfungen

„Wir wollten auch junge Reiterinnen und Reiter anderer Sparten in den Aarauer Schachen einladen. Da die Infrastruktur vorhanden ist, hat unser OK den ZKV darauf angesprochen Gymhkana Prüfungen anzubieten anlässlich der Aarauer Pferdesporttage“, so OK-Präsident HansRoth jr. So kam es, dass neben dem Springparcours auf dem Gymkhanaplatz Reiterinnen und Reiter auf Ponys und Pferden unter anderem einen Schirm aufspannten, eine Brücke überquerten oder einen Stangenparcours durchliefen. Natürlich stand auch hier nebst viel Spass der Sieg im Vordergrund. Die Siegerpaare der drei Kategorien hiessen: Nina Achermann auf Narvik, Angela Winklinger auf Isidor V CH und Ursina Tröndli auf Dshiran Al Sabhah CH.


 

Sins/Schattdorf: Westernreitkurs mit Alexandre Masson

Tipps und Tricks zum „Chüälitriibä“

Kühetreiben gehört in den Alltag eines jeden richtigen Cowboys. Aber auch in der Schweiz gibt es Cowhorse Disziplinen an Wettkämpfen. Alexandre Masson, Hausen am Albis, einen dreiteiligen Einführungskurs mit Theorie, Aufbauarbeit und einem Höhepunkt mit Arbeit am Rind.

sa. „Zweck der Versatility Ranch Horse Klasse ist es, die Leistung, Vielseitigkeit und das Erscheinungsbild des American Quarter Horse als Arbeitsranchpferd darzustellen“, steht im Manuskript, welches Alexandre Masson, Westerreiter aus Leidenschaft und momentan in Ausbildung zum Western Vereinstrainer, seinen Kursteilnehmerinnen und –teilnehmern abgab. Natürlich haben diese keine Ranch zu Hause und Pferde der verschiedensten Rassen unter dem Sattel. Trotzdem waren alle angesteckt vom „Chüälitriib-Fieber“, denn die Cowhorse Disziplinen bieten für Pferd und Reiter eine grosse Herausforderung und Abwechslung. Wichtig ist dabei immer sowohl pferde-, wie auch kuhgerecht zu arbeiten; zu wissen, was tiergerecht ist. Denn dann macht es allen Beteiligten grossen Spass und kann auch aus Tierschutzsicht unbedenklich im Training und Wettkampf angewandt werden. Das Ziel von Massons Kurs war es, die teilnehmenden Pferde und Reiter an Wettkämpfe wie Ranch Cutting, Working Ranch Horse, Teampenning und Sorting heranzuführen.

 

Zwei Vorbereitungstage in Sins

Zwei Kurstage ohne Kühe, in der Reithalle Brand in Sins, gaben die nötigen Grundlagen, um dann am 31. Mai/1. Juni in Schattdorf zum ersten Mal mit Rindern zu üben. In einer theoretischen Einführung am 8. März ging es einmal um die verschiedenen Cowhorse Disziplinen, aber auch um das Verhalten, das Sehvermögen und die Reaktion von Kühen. Denn nur wer fast denkt wie eine Kuh, ist schnell genug, um richtig zu reagieren und die Kuh in die gewünschte Richtung zu treiben. Erste „Gehversuche“ im Umgang mit dem Lasso gehörten ebenso zu diesem ersten Kurstag, wie das Einüben von Rollbacks, Spins und Stopps und anderen reiterlichen Grundlagen. Je grösser die Einheit von Pferd und Reiter ist, desto harmonischer und leichter fällt die Arbeit mit den Kühen. Gute  Pferde denken mit, erahnen die Gedanken ihrer Reiter, spüren die Reaktion der Kühe schon im Voraus. Damit diese Harmonie von Pferd und Reiter gefördert werden konnte, gehörte auch ein Block Mentales Training mit Susanne Angliker, Herlisberg zu diesem ersten Kurstag. Mit Hilfe von Rollenspielen und einer Seilvorrichtung, an der eine sich hin- und herbewegende Uriflagge das richtige Rind symbolisierte, wurde dann das Gelernte von diesem Tag nochmals eingeübt. - Der zweite Kurstag war auf den 6. April gelegt worden, damit die Grundlagen vom ersten Tag individuell geübt und gefestigt werden konnten. Nebst Repetition und individueller reiterlichen Kontrolle stand an diesem Tag die mechanische Kuh im Mittelpunkt. Mittels einer Fernsteuerung bewegte sich diese in der Halle. Masson, der mit seiner Stute Sierra selber erfolgreich Cowhorse Wettkämpfe bestreitet, verstand es so bestens seine Erfahrungen zu vermitteln und den Kürslern viele Tipps und Tricks mitzugeben.

„The real thing“

Am Wochenende vom 31. Mai / 1. Juni galt es dann ernst. Auf der Oak-Bar-Ranch in Schattdorf konnte mit Rindern geübt werden. Alexandre Masson hatte sich und seine Kursteilnehmerinnen und –teilnehmer auf der Anlage von Othmar Schuler einmieten können. Hier gibt es eine ideale Infrastruktur und eine Herde Rinder, welche gut vorbereitet und ganz ungestresst der Dinge harrte, welche da kommen sollten. In gastfreundlicher Atmosphäre und  unterstützt von „Kuhchef“ Heiri Estermann genossen es die Neulinge nun das theoretisch Gelernte anwenden zu können. Die Einsicht, dass das nicht immer so leicht ist, gehörte an diesem Wochenende ebenso dazu, wie grosse Fortschritte, viel Gelächter, äusserste Konzentration, unerwartete und erwartete Kuhreaktionen, Teamarbeit, ideale Wetterverhältnisse, ein Zusammenwachsen von Pferd und Reiter und kompetente Anweisungen und Tipps von Lex Masson. Am Ende des Kurses herrschte Einigkeit und Zufriedenheit: „Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben grosse Fortschritte und tolle Reaktionen gezeigt. Ich hoffe, sie bleiben dran und ich sehe sie auch an einem Wettkampf wieder“, lobte Kursleiter Alexandre Masson. „Der ganze Kurs hat grossen Spass gemacht und mein Pferd und ich haben viel gelernt. Der Tag heute war für mich das Highlight und Ansporn weiterzutrainieren“, freute sich eine Teilnehmerin.

 

  

 


Checkbetrugversuch eines Kaufinteressenten aus Finnland

Vorsicht mit dubiosen Pferdekäufern!

Ein aktueller Fall eines Checkbetrugversuchs ereignete sich kürzlich im Kanton Bern, wo ein angeblicher Kaufinteressent aus Finnland wohl schnelles Geld machen wollte. Damit auch andere Pferdeverkäufer nicht auf solch dubiose Machenschaften reinfallen, hier ein Bericht.

sa. Es ist nicht das erste Mal, dass die PferdeWoche aufmerksam macht, auf Checkbetrüger. Faule Tricks, um mit Checks schnelles Geld zu machen, gibt es leider auch immer wieder im Pferdehandel. Ein Fall, der sich kürzlich ereignete, soll warnen.

ein Interessent aus Finnland

Eine ganz normale Mailanfrage auf ein Inserat im Reitkalender, bildete den Anfang einer zum Glück noch gut ausgegangenen Betrugsgeschichte. Er sei interessiert an dem ausgeschriebenen Pferd. „Ich bin Engländer, aber lebe und arbeite in Finnland. Bitte machen Sie aktuelle, nahe Fotos des Pferdes und senden Sie mir diese zu. Wie ist der Gesundheitszustand des Pferdes?“, schrieb der angebliche Kaufinteressent in schlechtem Englisch. In einem weiteren Mail erkundigte er sich nach dem Zeitpunkt der letzten Impfung und dem definitiven Preis des Pferdes. Bis dahin tönte alles noch seriös. Auch dass er das Pferd ungesehen kaufen wollte, liess die Pferdebesitzer nicht aufhorchen, denn Züchter und Pferd sind bekannt in Reiterkreisen und stehen für gute Qualität. Nach einigen weiteren kurzen Mails schrieb der potentielle Käufer: „Ich möchte das Pferd von Ihnen kaufen, aber mir ist wichtig, dass der Handel ehrlich und voller Vertrauen abläuft. Ich glaube an Ihre Ehrlichkeit. Bitte senden Sie mir Name, Adresse und Telefonnummer, so dass ich den Check vorbereiten und an Sie senden kann. Der Pferdetransport ist arrangiert. Sobald das Geld definitiv auf Ihr Konto überwiesen ist, teilen Sie mir das mit und das Pferd wird abgeholt.“ Auf die Angaben zur Geldüberweisung auf das Bankkonto in Bern folgte eine Ausrede, warum Mr. Bill das Geld nicht überweisen könne, sondern mit einem Check bezahlen müsse. Er werde seine persönliche Sekretärin sofort anweisen den Check auszustellen und zu schicken. Die inzwischen schon etwas misstrauischen Pferdebesitzer gingen darauf ein mit dem Hinweis, sofern der Check gedeckt sei, bekäme er das Pferd.

5000 Euro zuviel

Einige Zeit ging gar nichts. Die Pferdebesitzer hakten nach: „Bitte senden Sie uns den Check, wir haben noch andere Interessenten für das Pferd.“ Daraufhin kam folgendes Mail: „Ich hoffe Ihnen und Ihrer Familie geht es gut. Als ich heute Morgen ins Geschäft kam, erzählte mir meine Sekretärin, sie habe einen Fehler gemacht beim Ausstellen des Checks. Irrtümlicherweise hat sie die Summe von 25'000 Euro anstelle von 20'000 Euro eingesetzt. Ich bitte Sie, mir diese Fehlsumme zurückzuerstatten, sobald Sie den Check eingelöst haben! Vielen Dank für Ihr Verständnis. Ich bin sicher Sie werden Ihre Ehrlichkeit beweisen. Danke und Gott schütze Sie.“ – Natürlich klingelten jetzt alle Alarmglocken bei den Schweizerpferdeverkäufern. Als der Check kam, nahm man ihn genau unter die Lupe. Auffällig daran war, dass kein Name auf dem Check eingesetzt, die Summe mit blauem Stift geschrieben war, die Unterschrift aber schwarz und wie eingescannt  wirkte und der Check gekreuzt war. Auf Anfrage bei der Bank wurde bestätigt, dass der Check gefälscht sei. Selbstverständlich kam der Handeln nicht zu Stande und weder das Pferd noch die 5000 Euro wurden nach Finnland gesandt. Immer wieder fallen jedoch, nicht nur Pferdeverkäufer, auf diese Tricks rein. Es lohnt sich also aufmerksam zu sein beim Handeln mit Checks.

Was man über Checks wissen sollte!

Warum wird ein Check gekreuzt?

Das Kreuzen eines Checks macht ihn sicherer. Es gibt drei Arten:

·                   der allgemein gekreuzte Check
Die allgemeine Kreuzung erfolgt durch zwei gleichlaufende Striche auf der Vorderseite des Checks. Die Auszahlung darf nur an bekannte Kunden (Kundenkonto zwingend) erfolgen.

·                   der besonders gekreuzte Check
Diese Art Check darf von der bezogenen Bank nur an die zwischen den Strichen aufgeführte Bank ausbezahlt werden.

·                   der Verrechnungscheck
Beim Verrechnungscheck wird quer über die Vorderseite des Checks «Nur zur Verrechnung» oder ein gleichbedeutender Ausdruck geschrieben. Er darf von der einlösenden Bank nie bar ausbezahlt, sondern muss immer zuerst einem Konto gutgeschrieben werden.

Wann wird das Geld überwiesen?

Es gibt folgende beiden Varianten:

·         Wenn der Check „E.v“ gutgeschrieben wird = Eingang vorbehalten, dann erfolgt die Gutschrift an den Einreicher sofort. Der Betrag kann aber jederzeit bei Nichtbezahlung des Checks auf dem Kundenkonto wieder belastet werden, und zwar bis zum Ablauf des Verfalles des Checks (6 Monate nach Ablauf der Vorlagefrist). Zusätzlich werden dem Kunden angefallene Spesen und allfällige Kursverluste belastet. Diese Gutschriftsart wird nur bei Kunden angewandt, die der Bank gut bekannt und vertrauenswürdig sind.

·         Wenn der Check „NE“ = Nach Eingang gutgeschrieben wird, erfolgt die Gutschrift für den Einreicher erst dann, wenn die bezogene Bank den Beitrag effektiv überwiesen hat (Einlösungsdauer 4 – 8 Wochen).

Wann hat die Bank abgesichert, dass der Check echt ist?

Wenn die gesetzlichen Erfordernisse (Art. 1100 OR) überprüft und nachgewiesen sind:

F  Die Bezeichnung «Check» im Text der Urkunde, und zwar in der Sprache, in der sie ausgestellt ist.

F Die unbedingte Anweisung, eine bestimmte Geldsumme zu bezahlen. Dieses Erfordernis umfasst drei Punkte:
    - Zahlungsaufforderung («Zahlen Sie...»)
    - Anweisung darf an keine Bedingung geknüpft sein
    - Die Geldsumme und die Währung müssen bestimmt sein (nicht «ca. CHF 300.-» usw.).

F der Name dessen, der zahlen soll (Bezogener) / (in der Schweiz ausschliesslich Bank)

F die Angabe des Zahlungsortes

F Ort und Datum der Ausstellung

F die Unterschrift des Ausstellers

Was passiert, wenn das Geld überwiesen ist, aber die Bank merkt, dass der Check falsch ist?

Bis max. 6 Monate nach Ablauf der Vorlagefrist eines Checks hat die bezogene Bank das Recht, das Geld zurückzufordern

Raiffeisen verweist auf diese Konditionen explizit auf dem Inkassoformular für Checks.

Was kostet es, einen Check prüfen zu lassen?

Raiffeisen verlangt dafür nicht einen expliziten Preis. Diese Prüfung ist im Preis der Checkinkassogebühr enthalten.

Worauf soll man achten bei Checks?

Die Quelle, wo der Check her kommt sollte dem Empfänger des Checks in jedem Fall bekannt sein.

Kennt man die bezogene Person/Firma.

Alle Infos von Raiffeisen Schweiz

Produktmanagement: Nicole Widmer, nicole.widmer@raiffeisen.ch, Tel. 071 225 86 69

Checkverarbeitung: Markus Bischof, Tel. 071 225 94 03, markus.bischof@raiffeisen.ch

 


 

Altbüron: Hufeisen aufnageln – ein praktischer Workshop

 praktische Tipps von Hufschmied Fredi Hess

Am Sonntag, 30. März trafen sich elf Pferdebesitzerinnen und –besitzer auf der To Be Ranch in Altbüron. Unter der kompetenten Leitung von Hufschmied Fredi Hess wurde gelernt, was zu tun ist, wenn ein loses oder abgerissenes Eisen droht den Ausritt zu verhindern.

sa.  Emsiges Treiben herrschte an diesem sonnigen Sonntagnachmittag auf dem Hof der To Be Ranch in Altbüron. An drei Ranch-Pferden und einem toten Huf wurden Nägel ausgewechselt und nachgezogen, richtiges Aufhalten geübt, Eisen gelöst und wieder aufgenagelt. Elf Reiterinnen und Reiter waren konzentriert bei der Sache, folgten gespannt den Erklärungen des erfahrenen Hufschmieds, um das Gehörte und Gesehene dann selber umzusetzen. Denn nur wer selber Hand anlegt, gewinnt Sicherheit im Umgang mit dem zum Teil ungewohnten Werkzeug, fühlt wie und wo der Nagel sitzen muss und hat dann zu Hause auch den Mut am eigenen Pferd ein loses Eisen zu korrigieren.

Schritt für Schritt

Wem ist das noch nie passiert: ein Hufeisen locker oder abgerissen, ausgerechnet dann, wenn man ausreiten möchte oder ein wichtiges Training auf dem Programm steht? Kein Wunder also, dass die Ausschreibung des Workshops mit Fredi Hess auf reges Interesse gestossen war. Schritt für Schritt und bestens vorbereitet, führte der initiative junge Hufschmied am 30. März durch das Prozedere. Angefangen beim richtigen Werkzeug, welches zum Teil schon mitgebracht wurde, aber auf Wunsch auch bezogen werden konnte am Kurs. Weiter ging es mit dem Eisenabnehmen. Damit die Scheu vor Fehlern gar nicht aufkam, wurde das zuerst am toten Huf geübt. Ganz genau beobachtet von den interessierten Workshopbesuchern zeigte und erklärte Hess den Ablauf und ging auf die zahlreichen Fragen und Unsicherheiten ein. – „Der Aufhalter ist die Lebensversicherung des Hufschmieds und auch für Euch wichtig, wenn Ihr ein Eisen nachzieht“, meinte der Schmied weiter und zeigte am lebenden Objekt worauf man beim Aufheben der Vorder- respektive Hinterbeinen besonders achten muss, um das Beschlagen für Pferd und Mensch möglichst angenehm zu gestalten. Was abgenommen wurde, sollte nun natürlich auch wieder richtig aufgenagelt werden. Ein besonderer Merksatz dabei war etwa: „Die Nägel sind einseitig angeschliffen. Unbedingt die Spitze nach aussen legen!“ Ein Tipp, was zu tun ist, wenn ein abgebrochener Nagel im Huf stecken bleibt, gehörte an diesem Nachmittag ebenso dazu, wie etwa das Richten eines krummen Eisens, das Abrunden von abgebrochenen Stellen oder der Hinweis, nach 6 Wochen besser Nägel zu verwenden, welche eine Nummer grösser sind. Nur unterbrochen durch eine Kaffeepause waren die Kürsler drei Stunden lang eifrig bei der Sache. Dafür, dass das auch zu Hause präsent bleibt, sorgt ein Manuskript, welches alle wichtigen Sachen nochmals auflistet und am Sonntag durch Skizzen und Fotos der Workshopteilnehmerinnen und teilnehmer ergänzt wurde. Alles in allem ein gelungener Nachmittag, der sicher nach einer Wiederholung ruft für weitere Interessierte.

     


 

Rothenburg: Tierarztvortrag mit Dr. med. vet. Pascal Bucher und Josef Jost

No hoof no horse

Am Freitag, 18. Januar fand in Rothenburg ein weiterer Vortrag mit Dr. med. vet. Pascal Bucher statt. Zum Thema „no hoof no horse“ hatte er seinen Hufschmied Josef Jost beigezogen. Denn: „Wenn Hufschmied und Tierarzt nicht am gleichen Strick ziehen, wird es schwierig.“

sa. Rund 60 Personen kamen in den Genuss dieses Vortrags, welcher mit neusten Infos eines Tierärztekongresses in Genf gespickt waren. „Wenn wir über Hufprobleme reden, müssen wir sagen, dass dies etwas Alltägliches ist. Das Zusammenspiel Pferd, Besitzer, Hufschmied und Tierarzt ist absolut wichtig. Es ist wichtig, dass vor allem Hufschmied und Tierarzt die gleiche Sprache reden“, eröffnete Dr. med. vet. Pascal Bucher den Abend. Im Zusammenspiel mit seinem Hufschmied Josef Jost präsentierte er wie immer unterstützt von zahlreichen Bildern, Präparaten und Powerpointpräsentationen alles Wichtige zum Thema Huf. Der Uffikoner Hufschmied hatte eine grosse Auswahl an verschiedenen Hufeisen dabei. Dank seinen Ausführungen und Erklärungen hatten die Besucher die Gelegenheit beide so wichtigen Fachmeinungen an einem Abend zu hören und das sich Ergänzen auch hier zu erleben.

Anatomie und Diagnostik

Eröffnet wurden die Ausführungen mit dem Thema Anatomie, Aufbau des Hufes. In diesem Abschnitt konnten die interessiert zuhörenden Pferdebesitzer und Reiter erfahren, dass eine schlechte Lederhaut schlechtes Horn geben und im schlimmsten Fall das Skelett aus dem Schuh fallen lassen (ausschuhen) kann. Ein fast unvorstellbares Detail dazu: Pro Huf gibt es einen Quadratmeter Lederhaut. Mit Bemerkungen wie: „Wenn der Hufschmied zu nah an der weissen Wand nagelt, komme ich zum Zug“, brachte Bucher das Publikum einmal mehr zum Lachen. Ein Bild zur Durchblutung zeigte er auf Wunsch des Hufschmieds, „damit die Leute sehen, warum es blutet, wenn man nur eine kleine Ritze macht im Strahl“. „Ich habe ein bisschen O-Beine, das ist nicht unbedingt korrekt, aber vielleicht ist einer von Euch schneller lahm als ich.“ Man sollte jedoch als Hufschmied kein Pferd mit krummen Beinen gerade stellen wollen. Ein Fehler des Hufschmieds wirke sich nicht nur auf den Huf, sondern auch auf das Gelenk aus, betonte Bucher die Wichtigkeit des guten Hufschmieds. „Wir Hufschmiede sind auf den Tierarzt angewiesen“, erklärte auch Hufschmied Josef Jost. Früher habe man viel mehr Keile unterlegt. Heute komme man davon ab. „Heute hat man mit geraderen Zehen und einem zurück gesetzten Eisen eine Lösung.“ Weiter ging es mit Diagnostik. Er könne das trockene Thema nicht ganz sein lassen. Nach dem Kongress in Genf hätte man den Eindruck bekommen können, ohne MRI und CT könne man nichts mehr diagnostizieren und behandeln. So schlimm sei es aber nicht, berichtete Bucher vom Kongress, an dem er kürzlich teilgenommen hatte. Er ging mit den Vortragsbesuchern das Vorgehen der Diagnostik nochmals durch, denn für die Pferdebesitzer sei es wichtig zu wissen, wie das Vorgehen sei, wenn der Tierarzt in den Stall komme. Nach diesen ersten Ausführungen folgte eine erste angeregte Diskussion.

Huflederhautentzündungen

Zu 90% liege der Grund der Lahmheiten im Schuh, erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer. Häufige Huflederhautentzündungen sind Steingalle (Quetsch-Steingalle und Zerrungs-Steingalle), Abszesse, Hufrehe und Hornspalten. „In Genf am Kongress haben sie immer von den Zwiebeleisen geredet, oft benutzt man auch Rundeisen, das unterstützt die Ledersohle bei Steingalleproblemen“, erzählte Bucher, welcher sich oft und gerne fortbildet. „Eine der häufigsten Abszessursachen ist halt doch der Hufschmied, zum Beispiel beim Vernageln“, fuhr er zum Thema Abszesse weiter. Da nütze Antibiotika einfach nichts, nur die Chirurgie bei einem komplizierten Hufabszess, erfuhren die Zuhörer auch. Es sei ganz wichtig den Hufschmied anzurufen, wenn man das Gefühl habe, das Pferd gehe etwas klamm nach dem Beschlagen, so könne man oft einen Abszess verhindern, betonte Jost. Denn aus seiner Erfahrung müsse er sagen, dass oft indirekte Vernagelungen die grösseren Probleme gäben. „Ein Nageltritt ist jedoch einfach ein Notfall!“, ging es weiter. Ganz wichtig für den Besitzer sei es zu wissen, wo, wie weit und in welche Richtung der Nagel gegangen sei. Er persönlich sei dafür, dass man den Nagel sofort rausnehme, denn das könne über Leben und Tod bestimmen, betonte der Tierarzt mit Praxis in Beinwil am See.

Hufreh-Risiko minimieren

Nach der Pause sprach Pascal Bucher über Hufrehe, ein Thema, welches ihn selber sehr beschäftige. Hufrehe sei eine ernsthafte Erkrankung, welche auch anatomische Veränderungen herbeiführe. „Es existieren viele Gerüchte über Hufrehe und es wird auch sehr viel geforscht. Auch in Genf war Hufrehe ein Hauptthema und die Tierärzte wurden auf den neusten Stand gebracht.“ Erkenntnisse aus neusten Versuchen aus Australien hätten nicht nur ihn etwas umdenken lassen auch in der Therapie der Hufrehe. „Sie sehen, wir wissen genau was machen“, umschrieb der engagierte Tierarzt ironisch auch die relative Hilflosigkeit und Unsicherheit der Veterinäre zu diesem Thema. Langsame Fütterungsänderungen und langsam angrasen, bei Shettlandponys sehr vorsichtig sein, riet er den Zuhörern. „Wenn das Pferd das Gras suchen muss, ist es eine gute Weide“, ist Buchers Ansicht. Den Zuckergehalt reduzieren und darauf achten, dass übergewichtige Pferde und Ponys eine Diät bekommen, sei wichtig bei gefährdeten Pferden oder Problemrassen. Dieses Thema löste grosse Diskussionen auch im Publikum aus. Nach dem Thema Hufspalten stellten Bucher und Jost nach etwa zweieinhalb intensiven Stunden das Publikum vor die Wahl zur allgemeinen Diskussion oder zwei weiteren Themen. Auf Wunsch sprachen sie zum Abschluss noch über White Line Disease und Hufkrebs. Viele der Zuhörerinnen und Zuhörer nutzten anschliessend die Anwesenheit des Tierarztes und Springreiters sowie des erfahrenen Hufschmieds aus Uffikon für Fragen und Gespräche. - Das etwas leidige Thema Hufprobleme und die kompetente und unterhaltsame Art von Pascal Bucher hatten im Vorfeld für so viel Interesse gesorgt, dass sogar Anmeldungen für diesen Vortrag hatten abgewiesen werden müssen. Für den nächsten Vortrag sind nun zwei Abende geplant, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Abende mit dem Tierarzt aus Beinwil am See immer sehr informativ, sehr kurzweilig  und sehr verständlich sind.

           

 

 

 

 

 


 

 
 
 
 
 
     
 

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Stand: 27.02.08